Traumapädagogische WG

Traumapädagogische Wohngemeinschaft

Die traumapädagogische Wohngemeinschaft soll schwer traumatisierten Kindern und Jugendlichen einen sicheren Raum bieten, in dem sie sich entfalten und entwickeln können. Wo sie die Zeit und die Möglichkeit haben, ihre seelischen Wunden heilen zu lassen und sie wieder lernen können, anderen Menschen und der Welt zu vertrauen.

Die Traumapädagogik hat als Ziel für die lebensgeschichtlich belasteten Kinder einen soweit als möglich sicheren, das heißt transparenten Ort zu schaffen, gute Bindungsmöglichkeiten zu bieten und die Kinder bei der Selbstbemächtigung zu unterstützen.

Durch die Grundhaltung, die der Arbeit von traumapädagogisch geschultem Betreuungspersonal zugrunde liegt, und dem traumatologischem Verständnis wird es möglich, die belastenden Verhaltensweisen der traumatisierten Kinder zu verstehen, auszuhalten und gemeinsam mit den Kindern zu verändern. Dadurch wird es möglich, solche schwer belasteten Kinder in der Institution zu halten und vor weiteren Bindungsabbrüchen und Retraumatisierungen zu schützen.

Zielgruppe

Das Aufnahmealter der Minderjährigen (Burschen und Mädchen) liegt zwischen 6 und 14 Jahren.

Ziele der traumapädagogischen Wohngemeinschaft sind unter anderem

  • die Förderung der emotionalen, kognitiven, sozialen und körperlichen Entwicklung
  • Stabilisierung und Sicherheit in der Alltagsbewältigung zu erlangen
  • im „Jetzt“ einen Sinn zu finden
  • Förderung der individuellen Ressourcen für eine angstfreie Selbstentwicklung
  • das Erlebte in die eigene Lebensgeschichte einzuordnen
  • Kontrolle über traumatische Erinnerungsebenen zu erlangen
  • Symptomreduktion
  • Veränderung von dysfunktionalen Einstellungen und Überzeugungen
  • Erlernen von Körperwahrnehmung und sorgsamen Umgang mit sich selbst
  • Soziale Integration
  • das Erarbeiten von Zukunftsplänen

Zuweisungskriterien

Gefährdung des Kindeswohls aufgrund eines oder mehrerer erlebter Psychotraumata (sexueller Missbrauch, Misshandlung, Erleben von tätlicher Gewalt, Psychische Erkrankung oder Suchtkrankheit der Eltern/Erziehungsberechtigten) bzw. länger andauernder traumatisierender Umstände (emotionale und körperliche Verwahrlosung). Eine Aufnahme bzw. Weiterbetreuung in anderen Jugendwohlfahrteinrichtungen ist nicht bzw. nicht mehr möglich.

Ausschließungsgründe

Minderjährige, die aufgrund einer körperlichen oder geistigen Beeinträchtigung eine spezielle Förderung und Betreuung brauchen sowie bauliche Spezialeinrichtungen benötigen.

Leistungsumfang

  • Durchgehende Betreuung 24h/ 365 Tage im Jahr
  • Täglicher Doppeldienst bzw. Mehrfachdienste, wenn notwendig
  • Einzelbetreuung
  • Sonn- und Feiertagsdienste
  • Unterkunft und volle Verpflegung
  • Traumapädagogische Interventionen im Alltag
  • Körperorientierte Therapieformen
  • Psychiatrische Begleitung
  • Familien- bzw. Elternarbeit