Fachtagung 2012

Fachtagung – „Trauma – Heilsamer Umgang in der Jugendwohlfahrt“

Fachtagung Sekundäre TraumatisierungGerade in den Arbeitsbereichen der Jugendwohlfahrt sind Helfer aller Berufssparten mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen konfrontiert, die traumatisierende Situationen erlebt haben.

Das Wissen und Verstehen um die Mechanismen des Psychotraumas und die Auswirkungen auf die Betroffenen ermöglichen eine neue Sichtweise und können dadurch zu einem erweiterten Handlungsspektrum führen.

Psychotraumatologie: Theoretischer Überblick für die Praxis  
Der Vortrag gibt einen Überblick über Traumafolgestörungen, psychische Traumatisierung als Stressregulationsstörung und als „Weg“ in die strukturelle Veränderung der Persönlichkeit. Gängige Diagnosen werden vorgestellt und ihre gesellschaftliche, politische und praktische Relevanz. Die Haltung in Beratung, Behandlung und Therapie im Umgang mit Menschen mit Traumafolgestörungen ist ein zentrales Thema des Beitrags.

„Philipp sucht sein Ich“ – Über die Möglichkeiten der Traumapädagogik
Die Traumapädagogik ist keine Therapeutisierung der Pädagogik, sondern ein Bestandteil der Psychotraumatologie. Es stellt sich nicht mehr die Frage, ob Pädagogik oder Therapie, Traumaexposition oder Stabilisation, sondern gelingende Traumaarbeit beinhaltet beides und verlangt von Pädagog/innen und Therapeut/innen einen Dialog und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Ein zentraler Punkt in der Traumapädagogik ist neben dem theoretischen Wissen über Traumatisierung, ihre Wirkungen und Folgen, die Sensibilisierung für die eigene Haltung gegenüber den traumatisierten Kindern und Jugendlichen und ihren Verhaltensweisen. Eine traumapädagogische Haltung ist gekennzeichnet durch Respekt, Verständnis und durch die Bereitschaft zur Beziehung. Was das im Konkreten bedeutet, wird im Vortrag thematisiert.

Behördliche Sozialarbeit als „safe place“
Wie „tickt“ die Behörde?
Der Vortrag beleuchtet die Möglichkeiten und Grenzen innerhalb der behördlichen Sozialarbeit. Es werden Fragen behandelt, wie z.B. „Können die mit „Trauma“  überhaupt was anfangen?“ „Ist nicht allein der Umgang mit der Behörde  schon traumatisierend?“
Gelebtes Heilsames – und was es weiter zu entwickeln gilt.

Kid – eine Umsetzung der traumapädagogischen Theorie in die Praxis einer Wohngruppe
Die Erfahrung zeigte, dass Gewaltfamilien in den oft existenziellen Krisensituationen ein besonders komplexes und intensiv geführtes Behandlungssetting benötigen.
Die betroffenen Kinder brauchen neben unmittelbarem Schutz auch eine spezielle diagnostisch-therapeutische Versorgung im stationären Rahmen. So entwickelte sich immer deutlicher das Konzept einer spezialisierten stationären Einrichtung.

In der Wohngruppe finden Kinder Aufnahme, deren Gewalterfahrung sie seelisch so beeinträchtigt hat, dass die weitere individuelle therapeutische Behandlung sichergestellt sein muss. In der Wohngemeinschaft soll ihnen geholfen werden, einen neuen Lebensmittelpunkt zu finden – einen Ort, an dem sie sich geborgen fühlen und an dem KiD bei weiteren wichtigen Entscheidungsprozessen zur Seite steht.

Diese Tagung soll

  • Einblick geben in die Grundbegriffe der Traumatologie
  • Verständnis wecken für die besonderen Bedürfnisse traumatisierter Personen
  • die Relevanz von traumatologischen Konzepten in der pädagogischen Arbeit hervorheben
  • Möglichkeiten aufzeigen, wie traumapädagogische Erkenntnisse umgesetzt werden

Die Fachtagung ist als Fort- und Weiterbildungsveranstaltung gemäß Psychologengesetz mit 6 Einheiten anerkannt! (1 Einheit = 45 Minuten)

Wann
19. Oktober 2012
09:00 bis 17:00 Uhr

Wo
Kulturhaus und Kongresszentrum Bruck/Mur
Stadtpark 1
8600 Bruck/Mur